Tunrierreiten

Du hast dich schon länger gefragt, wie gut du reitest? Du möchtest dich mit anderen Reitern messen? Oder einfach eine Beurteilung einholen? Hast du eine dieser Fragen mit ja beantwortet, dann wäre Turnierreiten die Antwort. Doch wie kann man an einem Turnier teilnehmen und was muss beachtet werden? Ein kleiner Guide für Turnierstarter.

Grundvoraussetzung: Mitgliedschaft in einem Verein

Wer Turnierreiten möchte, sollte vor allem eins: ein Mitglied in einem eingetragenen Reitverein sein. Diese sind meist regional aufgeteilt, und decken so gut wie jedes Gebiet in Deutschland ab. Du bist zwar nicht verpflichtet, in einen lokalen Verein einzutreten, es macht dennoch Sinn. Denn Vereine schreiben Turniere meist regional aus. Das bedeutet, dass sie auch nur regionale Vereine einladen. Ein Verein in Hamburg zum Beispiel, lädt höchst unwahrscheinlich einen in Bayern ein.

WBO oder LPO: Wann die Jahresturnierlizenz nötig wird

Nachdem du dich in einem Verein angemeldet hast, stellt sich die nächste Frage: Reiten in Wettbewerben nach WBO (Wettbewerbs-Ordnung) oder in Leistungsprüfungen nach LPO (Leistungsprüfungs-Ordnung). Einsteiger und Turnier-Anfänger starten häufig erstmal in Wettbewerben, wie Reiter-Wettbewerbe oder Führzügelklassen. Zwar ist die Mitgliedschaft in einem Reitverein nicht zwingend notwendig dafür, die meisten Turnierveranstalter bevorzugen dies jedoch. Denn damit ist ein Reiter über den Verein versichert. Für Wettbewerbe wird ebenfalls keine Jahresturnierlizenz benötigt. Diese wird erst benötigt, wer Prüfungen nach LPO reiten möchte.

Wenn die meisten von Turnierreiten sprechen, dann zumeist von Leistungsprüfungen. Diese teilen sich für Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Fahren in diese Klassen auf: E (Eingangsstufe), A (Anfangsstufe), L (Leicht), M (Mittelschwer) und S (Schwer). Prüfungen können sich auch dadurch unterscheiden, auf worauf der Fokus in der Beurteilung liegt. So gibt es für junge Pferde Aufbau-Prüfungen (z.Bsp.: Dressur-Pferde-Prüfung), wo eher die Gangart und Reifegrad der Pferde bewertet werden. Ebenfalls gibt es Reiter-Prüfungen, wo der Augenmerk vermehrt auf der Technik des Reiters liegt (z.Bsp.: Spring-Reiter-Prüfung). 

Mit einer der schönsten Momente des Turnierreiten – die Siegerehrung

Leistungsklassen-Check für’s Turnierreiten: Was darf ich reiten?

Jeder Reiter, der eine Jahresturnierlizenz erwirbt, bekommt eine Leistungsklasse. Diese bestimmt, welche Prüfungen er reiten darf. Damit sorgt man dafür, dass jene mit gleicher Klasse gegeneinander antreten. Die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) beschreibt das so:

“Die Leistungsklassen teilen Turnierteilnehmer je nach Erfolgen oder Qualifikationen in verschiedene Gruppen ein. Die niedrigste Leistungsklasse ist die Leistungsklasse 7 (Schnupperlizenz), es folgen die Leistungsklassen 6, 5, 4, 3, 2 und 1 als die höchste Leistungsklasse. Die jeweilige Leistungsklasse eines Reiters ist in seiner Jahresturnierlizenz vermerkt und bestimmt, in welchen Prüfungen er auf dem Turnier starten darf. In den Ausschreibungen für die einzelnen Turniere ist angegeben, welche Leistungsklassen für eine Prüfung zugelassen sind.”

FN – Deutsche Reiterliche Vereinigung

Leistungsklassen erreicht man größtenteils mit dem Erwerb eines Reitabzeichen. In den höheren Klassen werden sie dann durch Turniererfolge erworben.

Kann ich jedes Pferd reiten? – Das Turnierpferd

Wer in WBO starten will, kann jedes Pferd reiten (hier muss nur auf die Angaben der Ausschreibung geachtet werden). Für Leistungsprüfungen, muss das Pferd jedoch als Turnierpferd eingetragen sein und jedes Jahr fortgeschrieben werden. Mit dieser Eintragung wird systematisch erfasst, welches Pferd welche Leistungen erbracht hat.

Für die Eintragung per Formular muss das Pferd eine Identifikationskennzeichnung vorweisen. Das kann der Nummernbrand (meist beim Zuchtbrand dabei), oder ein implantierter Transponder sein.

Bei jedem Turnier muss dann der Pferdepass dabei sein. Zufallsgemäß kontrollieren die Turniertierärzte diesen. (Generell sollte der Pass bei jedem Transport des Pferdes dabei sein!) Die Kontrollen sind dafür da, um zu sehen, ob das Pferd alle vorgeschriebenen Impfungen vorweist. Ohne diese ist Turnierreiten nicht erlaubt (auch bei Prüfungen nach WBO!).

Dann kann Turnierreiten losgehen: Die Nennung

Sind diese Grundvoraussetzung erfüllt, geht es an die Anmeldung zu Turnieren: die Nennung. Jedes Turnier ist vier Wochen vor Austragung ausgeschrieben. Das bedeutet, dass die Ausschreibung veröffentlicht wird. In dieser ist eine Übersicht aller Prüfungen mit Teilnahmebedingungen. Einsehbar sind die Ausschreibungen in den offiziellen Zeitschriften des Landesverbands (z.Bsp. Bayern: Bayerns Pferde), oder auf der mittlerweile am meistgenutzten Plattform fn-neon.de. Über dieses Portal könnt ihr auch eure Lizenz verlängern, sowie eure Pferde fortschreiben.

Auf der Plattform könnt ihr über die Turniersuche filtern, welche Prüfungen in eurem Umkreis stattfinden.

Da das Nennen von Turnieren etwas umfangreicher ist, erkläre ich dies in einem eigenen Artikel (Coming Soon).

Bist du bereit für deinen Turnierstart?

Wer Lust hat, sich und sein reiterliches Können unter Beweis zu stellen, für den ist die Teilnahme an einem Turnier die beste Möglichkeit. Was sich vor der ersten Teilnahme als langweilige, trockene Bürokratie anhört, geht in der Praxis jedoch schnell und ist nicht kompliziert. Wer Fragen hat, kann sich jederzeit die LPO ansehen, oder an die Beratungsstellen der FN wenden. Dort wurde ich stets   freundlich beraten.

Bis dahin,

lasst es euch und euren Pferden gut gehen,