Die Haltung eines alten Pferd

Das Pferd hat sich im Verlauf der Jahrhunderte vom reinen Nutztier zum Partner im Sport und Leben entwickelt. Somit ist auch die Lebenserwartung der Vierbeiner weit angestiegen. Bei Warmblütern liegt diese bei ca. 20 – 30 Jahren. Doch wie bei vielen Menschen, benötigen auch Pferde im hohen Alter eine andere Pflege und Versorgung. Wie die Haltung von alten Pferden aussehen kann, und worauf zu achten ist, erfahrt ihr hier.

Ab wann spricht man vom alten Pferd?

Zunächst die Frage: Zählt mein Pferd überhaupt schon als alt? Ein magische Zahl, ab die der Vierbeiner automatisch als solches gilt, gibt es nicht. Genau wie beim Menschen, ist es von Tier zu Tier unterschiedlich und absolut Typ- und Haltungsabhängig. Genauso zählt hinein, ob das Pferd ein Sport-, Freizeit- oder Zuchtpferd ist/ war. Die meisten Pferdebesitzer stufen ihre Pferde im Alter von 16 – 20 Jahren als alt ein. Aber anstatt das pauschal am Lebensjahr festzumachen, kann man einfach auf diese Anzeichen achten:

  • Das Fell beginnt grau zu werden (besonders am Kopf)
  • Die Muskulatur baut ab (besonders am Rücken)
  • Das Temperament nimmt ab, das Pferd wird ruhiger
  • Der Fellwechsel dauert länger
  • Die Fettpolster sinken ein
  • Das Kauen wird langsamer
  • Beweglichkeit nimmt ab

Die häufigsten Probleme bei alten Pferden

Im Alter lässt vieles leider nach. Nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich – Sämtliche Prozesse im Körper (wie z.Bsp.: Stoffwechsel oder Immunsystem) werden langsamer, weswegen der Körper krankheitsanfälliger wird. Gelenke und Zähne werden durch die jahrelange Abnutzung anfälliger. Hier eine Übersicht der häufigsten Beschwerden beim alten Pferd:

Sehnen und Bänder

Die Elastizität der Sehnen und Bänder nimmt kontinuierlich über die Jahre bei Pferden ab. Somit wird die Leistungsfähigkeit verschlechtert und die Anfälligkeit für Schäden und Erkrankungen vergrößert. Bei Pferden ist eine immer stärkere “Durchtrittigkeit” in den Fesselgelenken zu beobachten. Besonders durch hohe Belastung, wie z.Bsp. im Springen, wird dieser Vorgang beschleunigt. 

Arthrose in Gelenken

Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, die durch den Verschleiß, oder die Abtragung der Knorpelschicht in den Gelenken vorkommt. Dadurch werden Bewegungen schmerzhafter und die Beweglichkeit eingeschränkt. Besonders im Huf-, Kron-, Sprung- und Fesselgelenk, oder im Knie und Rücken leiden Pferde vermehrt unter Arthrose. Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar, kann jedoch in den Symptomen gelindert werden. Es gilt, Übergewicht zu vermeiden, Gelenkschonende Bewegungen zu bevorzugen und Gelenkunterstützende Medizin oder Futterzusatzmittel zu füttern.

Muskulatur-Abbau

Im Alter baut die Muskulatur ab. Das liegt am veränderten Muskelstoffwechsel, der immer schlechter Eiweißstoffe in die Muskeln einbauen kann. Muskelaufbau wird erschwert, der Abbau begünstigt. Die Muskulatur im Rücken, Gebiss, Zehenstrecker und -Beuger und im Hals sind dabei vermehrt betroffen. Hier gilt: Muskelerhaltung. Durch ausreichend Bewegung und Training vermeiden, dass Muskelpartien erst abbauen. 

Die Pflege des alten Pferd

Erkrankungen beim alten Pferden

Manche Erkrankungen treten häufig erst ab einem gewissen Alter auf. Unter diesen fallen bei Pferden besonders Cushing, Schimmel-Melanome, COB (Equine-Asthma), Kolik oder Hufrehe auf. Hufrehe ist häufig dabei eine Folge des Cushings. Die meisten davon lassen sich nicht vollständig heilen, aber zumindest sehr gut einstellen. Hier ist es besonders wichtig, zusammen mit dem Tierarzt die richtige Behandlung auszuarbeiten. Eine bessere Behandlung ist möglich, wenn die Krankheiten im Frühstadium erkannt werden. Deswegen immer auf die Symptome achten. Zum Beispiel für Cushing ist es die starke Veränderung im Fellwechsel. 

Das Maul und die Zähne

Wie bereits erwähnt bauen Muskel ab und Bänder verlieren ihre Beweglichkeit. So auch im Kiefer des Pferdes, was das Kauen beim Fressen langsamer und schlechter macht. Hinzu kommt die Abnutzung der Zähne, die zu Entzündungen und anderen schmerzhaften Erkrankungen führt. Erste Hinweise sind Heuwickel an der Futterstelle, längere Fasern des Heus im Mist oder eine auffällige Gewichtsabnahme. Eine regelmäßige Zahnkontrolle alle 6 Monate und regelmäßige Zahnbehandlungen können dem vorbeugen, oder zumindest frühzeitig warnen. 

Wie halte ich mein altes Pferd fit?

Bewegung, Bewegung, Bewegung… Das A und O bei der Pflege von älteren Pferde ist die Bewegung. Denn nur dadurch werden Muskeln, Bänder und Gelenke geschmeidig gehalten. Beim täglichen Training sollten alle Muskelpartien beansprucht und gedehnt werden. Ein Zusammenspiel aus Vorwärts-Abwärts, Biegung, Erhaltung der Tragkraft und Takt- und Schwung über den Rücken sind hier gefragt. Die Ausbildungsskala kann hier immer wieder zu Rate gezogen werden. Natürlich sollte dabei darauf geachtet werden, dass das Training nicht zu belastend ist. Je nachdem welchen Eindruck das Pferd macht, kann das Training verstärkt oder verringert werden. 

Daneben ist der Gesamteindruck ein guter Indikator dafür, wie es um das Pferd steht. Beobachten ist die Devise: Hat sich etwas am Pferd verändert? Fell hat an Glanz verloren? Der Bauch ist dicker geworden? Die Leistungsbereitschaft hat abgenommen? Das Pferd lässt Heu liegen? Alles Anzeichen die auf Ernsteres hinweisen können. Daneben gibt es natürlich auch die regelmäßigen Kontrollen, wie die Zahnkontrolle, oder auch die regelmäßiges Anfertigung eines Blutbilds. 

Ergänzende Maßnahmen

Neben dem Training kann ein altes Pferd auch auf andere Weise unterstützt werden:

Behandlungen und Therapien für ältere Pferde

Ergänzungsfuttermittel für die Pflege von alten Pferden:

  • Teufelskralle: entzündungshemmend, abschwellend und gut für Gelenke
  • Gingko: verbesserte Durchblutung und Sauerstofftransport
  • Weißdorn: Förderung der Herzgesundheit
  • Mariendistel: Entgiftung und Unterstützung für Leber
  • Ginseng: fördert Durchblutung und reduziert freie Radikale
  • Artischocke: fördert Leberstoffwechsel

Unserem Partner Pferd möchten wir auch im Alter die beste Lebensqualität ermöglichen. Dabei ist die Pflege für alte Pferde anspruchsvoller und bedarf einer kontinuierlichen Beobachtung und Bewegung. Wichtig dabei ist die Prävention – nicht erst reagieren, wenn das Problem vorhanden ist, sondern frühzeitig unterstützen und verhindern. Im Alter kann nicht mehr alles geheilt werden. Deswegen gilt es, zu lernen mit dem Bestehendem richtig umzugehen. 

Bis dahin, 

lasst es euch und euren Pferden gutgehen